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Vollwertiges Medizinstudium in Halle erhalten

Berlin, 09.08.2013 - 'Zukunftsallianz für Gesundheit' - unter diesem Logo hat sich der Deutsche Facharztverband (DFV) dem Einsatz u.a. der Fach- und Hausärzte in Sachsen-Anhalt angeschlossen, die um den Erhalt der Mediziner Ausbildung an der Universität Halle kämpfen. Unterzeichnet hat den Appell der DFV Vorsitzende Dr. med. Andreas Gassen - mit im Vorstand ist aus Sachsen-Anhalt die HNO-Ärztin Dr. med. Petra Bubel aus Lutherstadt-Eisleben. Es ist eine breite Allianz aus Politik, ärztlichen Standes- und Berufsverbänden sowie den Kliniken des Landes.


Im Gegensatz zur geplanten, aber am Ende nicht durchgesetzten Schließung der Medizin in Lübeck, Schleswig-Holstein, vor drei Jahren, liegt der Fall in Sachsen-Anhalt auf den ersten Blick anders - aber auch nur auf den ersten. Der Wissenschaftsrat des Landes sieht vor, die Vorklinik von Halle nach Magdeburg zu verlegen. In Schleswig-Holstein wollte man ab einem bestimmten Zeitpunkt kein Medizinstudierenden dort beginnen lassen. Doch auch in Halle sind die Pläne nichts anderes als ein Ende der Universitätsmedizin - nur eben auf Raten.

Halle erste Uniklinik in Deutschland
Halle hat eine große Tradition: Zwar ist Heidelberg ist erste Medizinische Fakultät (1388), aber in Halle wurde 1717 die erste Uniklinik in Deutschland gegründet – noch vor der Charité (diese wurde als Klinik zwar eher gegründet, aber erst später an die 1724 gegründete Medizinische Fakultät angedockt – sie wurde zehn Jahre nach Halle, 1727, Uniklinik) (Quelle: wikipedia).


Fakten, was das Aus für die Region Halle bedeuten würde:

  • die Bleibequote der in Halle ausgebildeten Ärzte liegt bei 60 Prozent - das ist entscheidend für die medizinische Versorgung dort
  • 4.000 Arbeitsplätze bietet die Universitätsmedizin
  • Löhne und Gehälter in Höhe von 180 Mio. Euro fließen wieder in die regionale Wirtschaft zurück
  • die Uniklinik Halle spielt eine herausragende Bedeutung in der medizinischen Versorgung - so z.B. werden über die zentrale Notaufnahme die Aufgaben von 15 Hausärzten übernommen, die in der Region nicht mehr zur Verfügung stehen.

Der DFV hofft, dass die Allianz in Halle am Ende Ähnliches berichten kann, wie vor zwei Jahren die Lübecker. Das dortige Aktionsbündnis konnte in ihrer Ereignischronik stolz über zerknirschte Landespolitiker melden: „„Die Medizinische Fakultät der Universität zu Lübeck wird nicht geschlossen.“ Peter Harry Carstensen verkündete dies am 8. Juli eher zerknirscht als freudestrahlend in Anwesenheit der Bundesbildungsministerin Prof. Dr. Annette Schavan und einem bedröppelt dreinschauenden Jost de Jager.“

Immer wieder wird der Gesundheits"markt" als Zukunft gefeiert - diese Zukunft muss auch weiter in Halle Bestand haben, so der DFV.


Die Resolution der Allianz:

Damit Halle Wissen schafft - Die medizinische Fakultät Halle muss gestärkt werden
Aus Sorge um unser Land, die Menschen und ihre medizinische Versorgung appellieren wir an alle verantwortlichen Politiker: Lassen Sie die Universitätsmedizin in Halle nicht sterben. Mit dem Abbau der Medizinischen Fakultät in Halle verlieren wir erst die Medizinstudenten und dann die Ärzte der nächsten Generation. Wer in Halle studiert und die Menschen kennengelernt hat, wird auch hier in der Region als Arzt arbeiten wollen. Ohne diese Anbindung wird der Ärztemangel wachsen, ohne unsere Spitzenmedizin wird die Versorgung schlechter. Die Menschen dieser Region aber wollen eine gute medizinische Versorgung, auch im Alter. Wer jetzt an Ausbildung spart, verspielt die Zukunft für Sachsen-Anhalt.

Auch wenn jetzt nach den Empfehlungen des Wissenschaftsrates der Standort Magdeburg nicht zur Disposition steht, wer jetzt in Halle an der Ausbildung spart, verspielt die Zukunft einer ganzen Region.

Die Ärztekammer Sachsen-Anhalt fordert deshalb gemeinsam mit den Unterzeichnern dieser Resolution von der Landesregierung das klare Bekenntnis zur Spitzenmedizin in Halle und den dafür notwendigen Erhalt der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg als Vollfakultät mit vorklinischer und klinischer Ausbildung.

Wir wollen keinen Ärztemangel, wir wollen medizinische Versorgungssicherheit
Jährlich müssen ca. 200-230 Ärztinnen und Ärzte ( in Sachen-Anhalt) altersbedingt aus dem Beruf ausscheiden. Die Universitätsmedizin in Halle hat ein modernes und sehr beachtetes Curriculum mit modernen Strukturen für die Ausbildung entwickelt, welches es bundesweit nur an wenigen Stellen gibt. Hier ist sehr viel investiert worden und der Erfolg gibt uns Recht. Die Bleibequote der Absolventen liegt bei 60 Prozent und das ist entscheidend für die medizinische Versorgung unserer Region.

Wir wollen keine Medizin von gestern, wir wollen den medizinischen Fortschritt
Sachsen-Anhalt weist die höchste Erkrankungs- und Sterberate bei Herz-Kreislauferkrankungen auf. Aufgrund der Altersentwicklung der Bevölkerung werden auch die Demenzerkrankungen deutlich zunehmen. Die Wissenschaft im Bereich der Epidemiologie auf diesem Gebiet ist in Halle bereits Forschungsschwerpunkt ( z.B. Herzinfarktregister, Nationale Kohortenstudie, Klinisches Krebsregister u.a.m. ).
Die Universitätsmedizin Halle bietet ein großes Maß von Spezialsprechstunden an, die von keinem privatem Träger wegen der fehlenden Refinanzierung betrieben werden würden.

Krebsmedizin und Forschung auf diesem Gebiet, das Krukenberg-Krebszentrum, das einzige Nierentransplantationszentrum Sachsen-Anhalts, der hochmoderne Hybrid-Op. Sachsen-Anhalts, u.v.a.m. seien stellvertretend genannt.

Wir wollen keine Lücken, nicht in der Ausbildung und nicht bei den Zähnen
Die Universitätsmedizin Halle bietet einen der besten zahnmedizinischen Studiengänge Deutschlands an. Diese Klinik hat nicht nur ein großes Einzugsgebiet, sie genießt in der Bevölkerung auch eine sehr hohe Akzeptanz . Die Zahnklinik kümmert sich um komplizierte Fälle, mit schwierigen Begleiterkrankungen und hat im Bereich der Kiefer - und Gesichtschirurgie einen exzellenten Ruf.

Wir brauchen mehr Allgemeinmedizin und weniger Allgemeinplätze
Die Universitätsmedizin Halle ist für die Versorgung unentbehrlich. Über die zentrale Notaufnahme werden schon jetzt die Aufgaben von mehr als 15 Hausärzten mit übernommen, die im Süden von Sachsen-Anhalt nicht mehr zur Verfügung stehen. In der Klasse Allgemeinmedizin und der
Verbundweiterbildung Allgemeinmedizin werden die künftigen Landärzte ausgebildet. Die Klasse Allgemeinmedizin ist landesweit einzigartig.

Wir wollen Ausbildung sichern und Arbeitsplätze erhalten
Die Universitätsmedizin ist mit mehr als 4000 engagierten Mitarbeitern einer der größten Arbeitgeber und einer der größten Ausbildungsbetriebe im Land Sachsen-Anhalt. Die Universitätsmedizin Halle ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor im bevölkerungsreichen Süden Sachsen-Anhalts. Mehr als 180 Millionen Personalkosten fließen durch Konsum und Investitionen zurück in die lokale Wirtschaft.
Viele Lehrkrankenhäuser der Region arbeiten in der Aus - und Weiterbildung von Medizinstudenten und Ärzten mit der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg zusammen und betreiben eine sehr enge und erfolgreiche Kooperation.

Wir fordern den uneingeschränkten Erhalt der medizinischen Vorklinik und Klinik jetzt und in Zukunft:

Ärztekammer Sachsen-Anhalt
Vorstand, Präsidentin Dr. Simone Heinemann-Meerz
Zahnärztekammer Sachsen-Anhalt
Vorstand, Präsident Dr. Frank Dreihaupt
Landesverband der Freien Berufe Sachsen - Anhalt e.V.
Vorstand, Präsidentin Dipl.-Med. Dörte Meisel
Freier Verband Deutscher Zahnärzte
Landesverband Sachsen-Anhalt,
Vorstand, Vorsitzender Dipl.-Stomat. Matthias Tamm
Kassenärztliche Vereinigung Sachsen-Anhalt (KV SA)
Vorstand Dr. John, Dr. Grüning, M.Tronnier
Kassenzahnärztliche Vereinigung Sachsen-Anhalt ( KZV SA)
Vorstand, Vorsitzender Dipl.-Stomat. Dieter Hanisch
Landeskrankenhausgesellschaft Sachsen-Anhalt
Vorstand, Vorstandsvorsitzender P. Löbus
MIT Mittelstands - und Wirtschaftsvereinigung der CDU/CSU
Kreisverband Halle und Saalekreis
Vorstand
Dr. Johannes Bruns, Generalsekretär
Deutsche Krebsgesellschaft e.V.
Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG)
Präsident Prof. Dr. Thomas Dimpf
Prof. Tanja Fehm und Prof. Anton Scharl
für den Vorstand der AG Gynäkologische Onkologie e.V.
Apothekerkammer Sachsen-Anhalt
Vorstand, Präsident Dr. Jens-Andreas Münch
Landesapothekerverband
Vorstand, Vorsitzender Mathias Arnold
Deutsche Herzstiftung
Präsident Prof. Meinertz
KardiologenKollegium Mitteldeutschland e.V.
Vorstand, Vorsitzende Dr. Jana Boer
Hausarztverband Sachsen-Anhalt e.V.
Vorstand, Vorsitzender Dipl.-Med. Andreas Petri
Hartmannbund, Landesverband Sachsen-Anhalt
Vorsitzender Dipl.-Med. Bruno Jung
Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery
Präsident der Bundesärztekammer
Präsident der Ärztekammer Hamburg
DFV e.V. - Deutscher Facharztverband
Vorsitzender Dr. Andreas Gassen
Der Stadtrat und die Oberbürgermeisterin Jutta Fischer
der Lutherstadt Eisleben
Gemeinderat Seegebiet Mansfelder Land und Bürgermeister Jürgen Ludwig
Ev. Kirchenkreis Halle-Saalkreis
Leitung des Kirchenkreises
Superintendent Hans-Jürgen Kant
Katholische Akademie des Bistums Magdeburg
Akademiedirektor Dr. Reinhard Grütz
Diakonie Mitteldeutschland
Oberkirchenrat Eberhard Grüneberg,
Vorstandsvorsitzender der Diakonie Mitteldeutschland
Prof. Dr. Christel Taube
Trägerin der Paracelsus-Medaille der Bundesärztekammer 2013
Deutscher Berufsverband der Hals-Nasen-Ohren Ärzte e.V.
Bundesvorstand
Landesärztekammer Thüringen
Vorstand, Präsident Dr. Mathias Wesser
Prof. Dr. Jan Schulze
Präsident der Sächsischen Landesärztekammer
Volkssolidarität e.V.
Landesverband Sachsen-Anhalt
Regionalverband Halle-Saalkreis
Arbeiter-Samariter-Bund
Landesverband Sachsen-Anhalt, Vorstand
Arbeiter - Samariter - Bund
Regionalverband Halle/Bitterfeld e.V.
Vorstand, Geschäftsführung
Deutsches Rotes Kreuz
Kreisverband Halle-Saalkreis-Mansfelder Land e.V.
Vorstand
Arbeiterwohlfahrt Regionalverband Halle-Merseburg e.V.
Vorstand, Geschäftsführung
Berufsverband der Frauenärzte
Landesverband Sachsen-Anhalt
Vorstand
NAV-Virchow-Bund
Verband der niedergelassenen Ärzte Deutschlands e.V.,
Vorstand
Interessenverband der Unfallchirurgen Sachsen-Anhalt
Landesvorsitz Dr. Lutz Lindemann-Sperfeld
Club Soroptimist International Dessau-Wörlitz
Präsidentin Babette Markworth
„Halloren“ Schokoladenfabrik AG
Vorstandsvorsitzender Klaus Lellé
KATHI Rainer Thiele GmbH
Marco Thiele - Geschäftsführender Gesellschafter
Interdisziplinäres wissenschaftliches Zentrum
„Medizin-Ethik-Recht“ an der MLU
Direktorium, Prof. Dr. H. Lilie und die
Studierenden des Masterstudienganges
Tumorzentrum Anhalt am Städtischen Klinikum Dessau e.V.
Vorsitzender PD Dr. Dr. med. habil. R. Schück
Diakonissenkrankenhaus Dessau GmbH
Ärztlicher Direktor Prof. Dr. Udo Rebmann

Die akademischen Lehrkrankenhäuser der Martin-Luther-
Universität Halle Wittenberg :
Ameos Klinikum Bernburg
Asklepios Kliniken Weißenfels-Hohenmölsen
BG-Kliniken Bergmannstrost Halle
Carl-Thiem-Klinikum Cottbus
Carl-von-Basedow-Klinikum Saalekreis
Diakoniewerk Halle
Evangelisches Krankenhaus Paul-Gerhardt-Stift Wittenberg
Gesundheitszentrum Bitterfeld-Wolfen
Helios-Klinik Eisleben
Helios-Klinik Sangerhausen
Krankenhaus St. Elisabeth- und St. Barbara Halle
Krankenhaus Martha-Maria Halle-Dölau
Krankenhaus Köthen
Städtisches Klinikum Dessau
Südharzklinikum Nordhausen

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