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Der Kapitän soll von Bord geschickt werden

Berlin, 16.05.2013 – Der Deutsche Facharztverband stellt sich in Widerspruch zum gesundheitspolitischen Wahlprogramm der Grünen zur Bundestagswahl 2013. Ärzte nur noch unter ferner liefen – Behandlungserfolg soll zählen – Ambulante Versorgung egal wo, so geht es nicht, findet er DFV. Nicht weniger Arzt, sondern endlich wieder mehr Arzt, das fordert der DFV. Die medizinische Versorgung krankt daran, dass die ärztliche Versorgung immer stärker durch staatliche Gremien und staatlich geförderte Kassenmacht eingemauert wurde. Die Grünen wollen dem noch die Spitze aufsetzen, denn künftig soll ein Team aus Ärzten und Nichtärzten über die medizinische Versorgung im Krankheitsfall entscheiden: „Über die Gesundheit des Patienten kann nicht am Krankenbett beraten, sondern darüber muss medizinisch knallhart entschieden werden – und zwar nur durch den Arzt bzw. die Ärztin nach ärztlich verantworteter Diagnose. Ohne Kapitän geht es nicht“, stellt DFV Vorsitzender Dr. med. Andreas Gassen klar. Die Grünen, so die DFV Kritik, wollen die eine ärztliche Entscheidung auf viele Köpfe verteilen – das kostet Zeit und eventuell Gesundheit oder sogar Leben: „Keine Quasselmedizin. Die Grünen missverstehen den Begriff der sprechenden Medizin. Wir Fachärzte verstehen darunter allein das Patienten-Arzt Gespräch und sonst nichts“, kommentiert Andreas Gassen. Das Grünenprogramm ist das beste Medizinstudium-Abschreckungsprogramm: „Wir haben ohnehin schon Schwierigkeiten, junge Menschen für die Niederlassung zu begeistern. Wenn bis zu zwölf Jahre Studium und fachärztliche Weiterbildung nur noch zum Gespräch unter Gleichen mit Nichtärzten befähigt, demotiviert dies.“
Ein weiterer Kritikpunkt: Medizinische Leistung soll gemäß der Vorstellungen der Grünen nach Ergebnis vergütet werden. Was ist Erfolg in der medizinischen Therapie und wie will man diesen mit der Leistung verknüpfen, fragt der DFV. Ein „Erfolgshonorar wäre der Tod einer seriösen Medizin. Die ärztlichen Honorare ermöglichen, mehr schlecht als recht, eine teils langwierige Diagnosefindung und Therapie. Und häufig ist das Therapieende offen – damit müssen Arzt und Patient leben. Ärztliche Patientenversorgung lässt sich nicht auf den Punkt bringen, sondern ist ein Prozess“, so DFV Vorsitzender Andreas Gassen. Bei vielen Krankheiten funktioniert das mit der Ergebniserwartung nicht: An die Diagnose schließt sich in vielen Fällen eine dauerhafte, leidensmindernde Behandlung an, da der Patient nicht mehr gesund werden kann. Beispiele sind Demenz, Palliativmedizin und generell chronische Erkrankungen. „Ärztliche Versorgung ist eben teils auch ein Begleiten – Ende offen“, erläutert Andreas Gassen.

Der DFV ist Mitglied im Spitzenverband Fachärzte Deutschland e.V.

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