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Versorgungsstärkungsgesetz: Wohnortnahe Versorgung durch den Facharzt ist gefährdet

Aus Anlass der Anhörung des Deutschen Bundestages zum GKV-Versorgungsstärkungsgesetz erklärt die stellvertretende Vorsitzende des DFV Dr. Marlene Lessel: „Dieses Gesetz stärkt keine der Akteure im Gesundheitswesen. Vor allem nicht die Patienten und ihre Vertrauenspartner, die Fachärzte, ebenso wenig. Die Krankenkassen wären gut beraten, sich nicht als die Verteidiger dieses Versorgungsschwächungsgesetzes zu gerieren. Denn sie müssen ihren Versicherten erklären, warum die wohnortnahe Versorgung immer weiter ausgehöhlt wird. Das wird unangenehm.“


Zwei aus einer Vielzahl von abzulehnenden Punkten sind aus Sicht des Deutschen Facharztverbandes (DFV) hervorzuheben:

  1. Praxisaufkauf: Allein 16.000 Fachärzte könnten über kurz oder lang ins Visier dieser Regelung, die aus einer „Kann“- in eine „Soll“-Regelung geändert wird und ab einem Versorgungsgrad von 110 Prozent greift, geraten. „Wir müssen nicht nur von den Ärzten sprechen, um die Bevölkerung wachzurütteln: Wenn im Schnitt drei Medizinische Fachangestellte pro Praxis beschäftigt sind, stehen auch deren bis zu 48.000 Arbeitsplätze auf dem Spiel, die auf Nimmerwiedersehen verschwinden könnten“, so Marlene Lessel. Das GKV-VStG wird – unausgesprochen – unter dem Label „Kostenreduktion“ geführt. Doch wo werden Kosten gespart, wenn die günstige ambulante Versorgung in den Praxen – Stichwort Ambulante Operationen – ausgehöhlt wird? Die Ausnahme von MVZs von dieser Regelung weist den Weg: weg von der wohnortnahen Versorgung hinzu weiten Anfahrten, zu einer zentralisierten Versorgung.

  2. Terminservicestellen: Die Wartezeiten werden von der Politik und den Kassen gerne als „zu lange“ bezeichnet. Doch dies ist gefühlt und nicht gewusst, denn sie sind von denen, die stets mit den Fingern auf die Praxen zeigen, keineswegs belegt. Und dann wird dies auch noch zu einem „Klassenkampf“ GKV- versus PKV-Patient“ stilisiert. Die Wartezeiten auf einen Termin sind – siehe dazu die Daten der KBV – mit durchschnittlich drei Tagen für mehr als 75 Prozent der Patienten akzeptabel auch angesichts eines Volumens von 580 Millionen Behandlungsfällen (2013). Und der Anteil der Privatpatienten ist pro Praxis im Schnitt gering und in einigen Regionen in den östlichen Bundesländern sind sie gar nicht vorhanden. Wohin, so die stellvertretende DFV-Vorsitzende, sollen die Patienten im Übrigen noch gehen, wenn die Regelung zum Praxisaufkauf ihre unselige Wirkung entfalten sollte? Die Lücken im Netz würden immer größer und die Wege immer weiter. Auch hier gilt: „Die Terminvergabe würde damit auch in staatliche Hand gelegt“, so Marlene Lessel.

 

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