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Eine Erhöhung der Sprechstundenzeit pro Woche um 25 Prozent ist ein Schlag ins Gesicht der niedergelassenen Ärzte!

Berlin, 7. Februar 2018 – Der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands e.V. (SpiFa) nimmt zu den bekanntgewordenen Ergebnissen der Koalitionsverhandlungen von CDU/CSU und SPD Stellung

In diesen Tagen erhebt die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) zusammen mit dem NAV Virchow-Bund und der Brendan-Schmittmann-Stiftung im Rahmen des Ärztemonitors die Zufriedenheit und die Einstellungen der niedergelassenen Ärzte in Deutschland zu den Rahmenbedingungen ihrer Arbeit.

„Die verabredete Erhöhung des Mindestsprechstundenangebotes der Vertragsärzte durch die zukünftigen Koalitionspartner ist ein Schlag ins Gesicht der niedergelassenen Ärzte in Deutschland. Sie stellt einen staatlichen Eingriff in das Gesundheitswesen und die gemeinsame Selbstverwaltung zwischen Krankenkassen und Ärzteschaft dar.“, so Dr. Dirk Heinrich, Vorstandsvorsitzender des SpiFa heute in Berlin.

Bereits seit mehreren Jahren zeigen diese repräsentativen Untersuchungen, dass die wöchentliche Arbeitszeit mehr als 50 Stunden pro Woche beträgt (2016: 52,2). Die Arbeitszeit pro Woche, welche für Patientensprechstunden dabei aufgewandt wird, lag bereits 2016 bei durchschnittlich 32,6 Stunden pro Woche. Am Tag werden während dieser Zeit rund 45 Patienten behandelt.[1]

„Eine pauschale Erhöhung um 25 Prozent der Sprechstundenzeit führt gleichzeitig zu einer Erhöhung der begleitenden Wochenarbeitszeit der Ärzte für Verwaltung, Organisation und nicht-ärztliche Tätigkeiten um rund 10 Stunden pro Woche. Ärzte arbeiten damit dann rund 62 Stunden pro Woche, ohne dass die Koalitionsverhandler ein Wort über eine Vergütung dieser Zeit verlieren“, so Heinrich weiter.

Quelle: Spitzenverband Fachärzte Deutschlands e.V. (SpiFa)

[1] Ärztemonitor 2016