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Spielräume der GKV jetzt für Versorgungsverbesserung nutzen!

19.06.2018 – Der Deutsche Facharztverband unterstützt den Antrag des Landes
Schleswig-Holstein an die Gesundheitsministerkonferenz zur Entbudgetierung vertragsärztlicher
Versorgung
„Die Budgetierung vertragsärztlicher Leistungen gefährdet und schädigt die ärztliche Versorgung
der Bevölkerung Deutschlands nachhaltig.“, sagt Dr. Petra Bubel, Vorsitzende des
Deutschen Facharztverbandes (DFV) heute in Berlin.
Am 20./21. Juni 2018 tagt in Düsseldorf die 92. Gesundheitsministerkonferenz der Länder
mit dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG). Auf der Tagesordnung steht ebenfalls
die „Entbudgetierung der vertragsärztlichen Versorgung“, welche auf Antrag des Landes
Schleswig-Holstein zur Beratung vorgelegt wurde. Der kürzlich bekannt gewordene Antrag
sieht eine Bitte an das BMG vor, eine gesetzliche Regelung zur Entbudgetierung, beginnend
mit den Leistungen der haus- und fachärztlichen Grundversorgung, zu schaffen.
„Die niedergelassenen Fachärztinnen und Fachärzte unterstützen das Ansinnen des Antrages
vollumfänglich. Die Lippenbekenntnisse gehören beendet; nun müssen auch Taten folgen.
Die Spielräume der GKV müssen jetzt für eine Versorgungsverbesserung genutzt werden.“,
ergänzt Bubel.
Bubel weiter: „Die Fachärzte fordern seit Langem feste sowie kostendeckende Preisen für
ihre durchgeführten Untersuchungen und Behandlungen. Ohne eine Abschaffung der versorgungsfeindlichen
Budgets können wir einem jungen Mediziner die Vorteile einer Niederlassung
nur schwer vermitteln. Kein Angestellter würde es hinnehmen, dass am Ende des
Monats bis zu 24 Prozent weniger Gehalt oder Lohn von der Unternehmensleitung ausgezahlt
wird.“
Nach Analysen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), welche zuletzt erneut in
April 2018 veröffentlicht wurden, beträgt die Quotierung der fachärztlichen Leistungen im
Bund durchschnittlich 15 Prozent; die Spannweite in den Bundesländern reicht sogar von 11
(Bremen/Schleswig-Holstein) bis zu 24 Prozent (Thüringen) aller fachärztlichen Leistungen.
Der Antrag des Landes Schleswig-Holstein an die Gesundheitsministerkonferenz am 20./21.
Juni 2018 schlägt zur Entbudgtierung der haus- und fachärztlichen Grundversorgung vor,
dass SGB V in § 87a SGB V konkretisiert wird. Vertragsärztliche Leistungen der haus- und
fachärztlichen Grundversorgung sind demnach von den Krankenkassen außerhalb der bisher
vereinbarten Gesamtvergütungen mit den Preisen der Euro-Gebührenordnung zu vergüten.