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Reinhardt: Vorschläge zur Patientensteuerung sind ein entscheidender Paradigmenwechsel

Als „zukunftsweisend“ hat der Vorsitzende des Hartmannbundes, Dr. Klaus Reinhardt, in einer ersten Reaktion das gestern vom Sachverständigenrat Gesundheit an das Gesundheitsministerium übergebene Gutachten zur bedarfsgerechten Steuerung der Gesundheitsversorgung bezeichnet. „Ungeachtet der Tatsache, dass ohne Frage in der Detailbetrachtung aus unserer Sicht auch Kritik an dem einen oder anderen Vorschlag der Gutachter anzubringen ist – so zum Beispiel mit Blick auf Pläne für ein verändertes Nachsetzungsverfahren im ambulanten Bereich – hat der Sachverständigenrat erstmals deutlich gemacht, dass auch der Patient ein Akteur des Gesundheitssystems ist, dessen Verhalten Auswirkungen auf die Effektivität des Systems und damit auch auf seine bestmögliche Versorgung hat“, sagte Reinhardt. Auch wenn sich der Sachverständigenrat verständlicherweise bemühe, den Ball an dieser Stelle verbal flach zu halten, so sei die Betonung der Notwendigkeit einer gezielteren Steuerung der Inanspruchnahme ärztlicher Leistungen durch Patientinnen und Patienten ein entscheidender Paradigmenwechsel. Diese auch vom Hartmannbund wiederholt geforderte Entwicklung sei ausdrücklich zu begrüßen. Bisher sei es stets darum gegangen, auf begrenzte Ressourcen durch Regulierungen auf Leistungserbringerseite zu reagieren. Reinhardt: „Mit Blick auf Jens Spahn darf das Papier mindestens an dieser Stelle durchaus als Aufforderung zur Mutprobe betrachtet werden, denn wir dürfen gespannt sein, wieviel der Gesundheitsminister sich hier traut.“

 

Bis zur offiziellen Vorstellung des Gutachtens gegenüber der Fachöffentlichkeit, Ende September, gelte es nun, sich detailliert mit den auf mehreren hundert Seiten verfassten Vorschlägen auseinanderzusetzen und deren mögliche politische Umsetzung konstruktiv-kritisch zu begleiten. Die Neuorganisation der Notfallversorgung, die Weiterentwicklung der Krankenhausplanung, Vorschläge zur weiteren Intensivierung der sektorübergreifenden Versorgung oder etwa Landarztzuschläge und die Bewertung der hausarztzentrierten Versorgung seien dabei nur einige von vielen Themen, denen es sich zu widmen gelte.