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Keine weitere Substitution ärztlicher Leistungen!

Berlin, 12. April 2019 – Der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands e.V. sieht das Reformgesetz zur Hebammenausbildung kritisch und schließt sich der Stellungnahme seines Mitgliedsverbandes BVF an.

„Wir kritisieren insbesondere, dass der Gesetzgeber mit dem neuerlichen Reformvorhaben bei der Hebammenausbildung die Substitution ärztlicher Leistungen weiter forciert. Das haben wir unlängst bei der begonnenen Reform der Psychotherapeutenausbildung gesehen, jetzt setzt sich das bei den Hebammen fort“, moniert SpiFa-Hauptgeschäftsführer Lars F. Lindemann. Es sei keine gute Entwicklung, „wenn eine Ausbildungsreform die nächste jagt und gut funktionierende Systeme offenbar über Bord geworfen werden sollen“, so Lindemann am Freitag in Berlin. Davon abgesehen gebe es dringendere Probleme im Gesundheitswesen zu lösen, das Hinterherhinken bei der Digitalisierung sei nur ein Beispiel.

Der SpiFa unterstützt vor diesem Hintergrund die Stellungnahme des Berufsverbandes der Frauenärzte (BVF). Dessen Vorsitzender, Dr. Christian Albring, zugleich Vorstandsmitglied im SpiFa, sagt zum einen: „Für uns es völlig unverständlich, dass Frauenärztinnen und Frauenärzte bei der Entstehung des Arbeits- und Referentenentwurfs nicht involviert waren, obwohl sie die Experten bei den Themen Schwangerschaft und Geburt sind, und auch diejenigen, die Hebammenschulen begründen, leiten und Hebammen selbst ausbilden.“ Zum anderen weise der Entwurf an unterschiedlichen Stellen Defizite auf und stelle mehrfach falsche Zusammenhänge her. Er verfehle sein Ziel, die Versorgungssituation in der Geburtshilfe zu verbessern. „Ganz im Gegenteil: die Zwangsakademisierung wird die personellen Engpässe in den Kreißsälen und bei der Betreuung von Frauen im Wochenbett verschärfen. Das kann keiner ernsthaft wollen“, sagt Albring.

Der SpiFa empfiehlt dem Gesetzgeber, das Tempo der Reformvorhaben zu drosseln und nicht vorschnell funktionierende Abläufe zu verändern. Schon jetzt konnten angehende Hebammen zwischen Ausbildung und Studium wählen. Trotz Einführung von Modellstudiengängen an inzwischen 16 Hochschulen entschieden sich die meisten Schülerinnen für eine Ausbildung zur Hebamme an einer Hebammenschule – „nicht zuletzt wegen ihrer hervorragenden theoretischen wie praktischen Ausbildung“, so Albring. Und: Es sei bisher nirgendwo erkennbar, dass das Nebeneinander der Ausbildungswege die Berufsgruppe spaltet.

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